Seit über 10 Jahren lädt Schule auf dem Bauernhof (SchuB) Schülerinnen und Schüler jeder Altersstufe zu aktivem und erlebnisreichem Lernen auf den Bauernhof ein. Viele Klassen in der ganzen Schweiz haben bisher von diesem Angebot profitiert. Weil das Programm nicht in allen Regionen gleich bekannt und anerkannt ist, aber in seiner Art und mit seinen Inhalten an Bedeutung gewinnt, ist jetzt eine zweijährige Informationskampagne geplant. Mit Aktionstagen und Lehrmittelausstellungen sollen Lehrerinnen und Lehrer, Schulbehörden kontaktiert und auf SchuB als „pädagogisches Juwel“ aufmerksam gemacht werden. Auf die Kampagne hin tritt SchuB mit einem neuen, einheitlichen Logo für alle Sprachregionen auf.
Auf zwei wesentliche Werte von Schule auf dem Bauernhof will die Kampagne hinweisen:
Der Bauernhof ist ein wichtiger Bezugsort zur Natur
Schule auf dem Bauernhof eröffnet den Kindern einen praktischen und vielseitigen Zugang zur Natur. Dadurch fördert SchuB das Verständnis für die natürlichen Lebensgrundlagen. In unserer Zeit haben viele Kinder je länger je weniger Gelegenheiten mehr, solche Erfahrungen zu machen. Der Bezug zur Natur geht verloren und das Wissen über die Kreisläufe gerät in Vergessenheit. Deshalb verwundert es nicht, wenn viele Kinder nicht mehr genau wissen, wann Gemüse und Früchte bei uns geerntet werden. Oft fragen sich die Kinder, wo denn ihr „Lieblingsgemüse“ Pommes frites wachsen würde. Solche Fragen zeigen, dass es wichtig ist, den Kindern diesen Bezug und dieses Wissen wieder zurückzugeben und ihnen Orte zu zeigen, wo naturverbundenes Erleben noch möglich ist: in der Welt der Bauernhöfe. Nur so kann zudem den Kindern das Wissen und auch das Gefühl für die Bedeutung einer nachhaltigen Landwirtschaft näher gebracht werden.
Der Bauernhof ist ein Ort des Lebens und Lernens

Die Bauernfamilien bieten den Klassen mit ihren Tieren, Äckern und Naturräumen einen pädagogisch wertvollen ausserschulischen Lernort, wo in der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Themen alle Sinne einbezogen werden und ganzheitliches Lernen möglich ist. Kinder sind auf der Suche nach den unmittelbaren Erlebnissen. Ihr Verständnis für Zusammenhänge entwickelt sich weniger durch lange Erklärungen als vielmehr durch Zupacken, Probieren und dem eigenen Tun. Schule auf dem Bauernhof bringt das Klassenzimmer an den Ort des Geschehens: das Feld, den Acker, den Stall oder die Natur rund um den Bauernhof. Forschend, spielend und arbeitend tauchen die Kinder in die bäuerliche Lebens- und Arbeitswelt ein. Intensive Erlebnisse hinterlassen tief greifende und nachhaltige Eindrücke, die sich auf das Selbstvertrauen und die Entwicklung verschiedener Fertigkeiten auswirken: Zeit haben, Stille und Langsamkeit wieder entdecken, Reize vermindern, innere Ruhe finden, Geborgenheit spüren und Konzentrationsfähigkeit entwickeln.
SchuB bietet Qualität
Das Nationale Forum SchuB und die kantonalen Stellen setzen sich für die gesamtschweizerische Koordination und die Qualitätssicherung von Schule auf dem Bauernhof ein. Personen aus Landwirtschaft, Schule und Umweltbildung arbeiten hier zusammen. Die Aufenthalte auf dem Bauernhof sollen thematisch in den Unterricht eingebettet sein und konkrete Lernziele verfolgen. SchuB-Tage werden von der Lehrperson und den Bauernfamilien gemeinsam geplant, vorbereitet, durchgeführt und ausgewertet.
Weitere Informationen sind erhältlich bei:
Nationales Forum SchuB
Jürg Rindlisbacher, LID
Andreas Aeschbacher, LID
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